Kinder

Kinder sind unsere Zukunft – wir müssen uns heute entscheiden,

wie unsere Zukunft aussehen soll

Als ich meiner Tochter nach der Geburt zum ersten Mal in die Augen sah wusste ich: in diesen Augen liegt das Wissen des Universums. Und ich bin fest davon überzeugt, dass jedes Kind dieses universelle Wissen mitbringt. Unsere Aufgabe als Erwachsene ist es, dieses Wissen und die Neugierde wachzuhalten. Ich sehe meine Aufgabe darin, dass vorhandene Potenzial zu entdecken und Möglichkeiten zu schaffen, dieses zu nutzen.

Immer mehr Kinder haben Probleme in der Schule oder im alltäglichen gesellschaftlichen Leben. Die Anforderungen in unserem Bildungssystem steigen und viele Schüler fühlen sich damit überfordert. Ich unterstütze Ihr Kind auf dem Weg zu mehr Lernerfolg und Eigenverantwortung.

Meist beginne ich die Stunde mit einem Bilderbuch oder einem Montessori-Material. Dabei beobachte ich das Kind sehr genau und sehe, wie es sich verhält.

Hier einige Beispiele worauf ich dabei achte:

  • restaktive frühkindliche Reflexe
  • Auge-Hand-Koordination
  • Hand-Hand-Koordination
  • Umgang mit Anforderungen
  • Konzentration
  • Fokussierung (ein Ziel im Blick behalten)
  • Vermeidungsstrategien

Aus der Beobachtung ergibt sich oft das Thema für die Stunde. Je nach Alter des Kindes und dem Ergebnis der Beobachtung reflektiere ich mit dem Kind das Verhalten. Daraus ergibt sich meist ein Zielsatz für eine künftige neue Wahl, also: was soll sich ändern, wie will ich mich künftig in vergleichbaren Situationen verhalten.

Dieses Ziel wird kinesiologisch gestärkt und im Gehirn verankert, denn das Gehirn will wissen, was es zu tun hat. Je klarer der Auftrag an unser Gehirn ist, um so besser kann es für uns arbeiten.

Das Ziel meiner Arbeit ist die Unterstützung der Entwicklung zu einem selbstbewussten, eigenverantwortlichen, verantwortungsbewussten und selbstbestimmten Menschen. Die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit unter Berücksichtigung des gegebenen Potentials steht dabei im Mittelpunkt meiner Arbeit. Das Bewusstsein, für den persönlichen Erfolg selbst verantwortlich zu sein, soll geweckt und gestärkt werden.

Meine kinesiologische Arbeit lässt sich gut mit anderen Therapieformen kombinieren und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern, Therapeuten und anderen mit der Förderung des Kindes betrauten Personen und Einrichtungen wird von mir unterstützt und gefördert.

Montessori

Die Montessori-Pädagogik ist ein Lern- und Entwicklungskonzept der italienischen Ärztin Maria Montessori (1870 – 1952). Aus ihrer hauptsächlichen Arbeit mit Kindern entwickelte sie ihr heute immer noch aktuelles pädagogisches Konzept. Ihre Pädagogik versteht sich als „Hilfe zum Leben“.

Zitat: In Wirklichkeit trägt das Kind den Schlüssel zu seinem rätselhaften individuellen Dasein von allem Anfang in sich.“

Dieser Denkansatz fügt sich wunderbar in die kinesiologische Arbeit ein, die ebenfalls das Ziel hat, den Menschen in seiner persönlichen Entwicklung zu fördern und zu begleiten.

Das Montessori-Material ist ein Lern- und Entwicklungsmaterial, mit dem die Kinder sich selbst mit Freude und Spaß Lerninhalte erarbeiten können. Jedes Material ist so gestaltet, dass das Kind während oder nach Abschluss der Arbeit selber kontrollieren kann, ob es richtig gearbeitet hat. Dadurch wird das korrigierende oder kontrollierende Eingreifen des Pädagogen überflüssig. Das Kind erarbeitet sich selber seine Erfolgserlebnisse, was üblicherweise zutiefst befriedigend ist. Es lernt, sich und seine Leistungen einzuschätzen und wird dadurch unabhängig von der Beurteilung durch eine andere Person.

Mit Hilfe des Montessori-Materials können Lerndefizite aufgearbeitet werden. Die Material-Arbeit zeigt, wo das Kind mit seinem Leistungsniveau gerade steht. Die Beobachtungen aus dieser Arbeit zu verschiedenen Lernthemen, wie zum Beispiel Mengenverständnis, Leseverständnis, Hörverarbeitung, Hörerinnerung, Arbeitsstruktur, Umsetzen von Arbeitsaufträgen, etc. geben die Grundlage für weiteres kinesiologisches Arbeiten.

Frühkindliche Reflexe

Eine Ursache für Lernblockaden können nicht integrierte (persistierende) frühkindliche Reflexe sein. Jeder Embryo entwickelt während der Schwangerschaft eine ganze Reihe von Reflexen. Diese entwickeln sich nach einem bestimmten Muster, das im Zentralnervensystem festgelegt ist. Die Reflexe haben zu bestimmten Zeitpunkten wichtige Aufgaben zu erfüllen. Zum Teil kommen sie während der Geburt zum Einsatz oder in den folgenden ersten zwölf Lebensmonaten. Sobald ein Reflex seine Aufgabe erfüllt hat, wird er integriert, beziehungsweise gehemmt. Damit ermöglicht er dem nächsten Reflex wiederum seine Aufgabe zu beginnen. Bis zum Ende des ersten Lebensjahres sollten alle frühkindlichen Reflexe ihre Arbeit getan haben und vollständig integriert sein. Das heißt, aus dem Reflex soll eine willkürlich gesteuerte Bewegung werden. Gelingt dies jedoch nicht, so kann es die Entwicklung und das Leben des betroffenen Menschen auf unterschiedlichste Weise beeinträchtigen.

Eine Auswahl möglicher Auswirkungen sind:

  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
  • Unruhe und Zappeligkeit
  • Antriebsschwäche
  • Lese-, Schreib- und Rechenprobleme
  • Allergische Reaktionen
  • Verkrampfte Stifthaltung
  • Koordinationsprobleme
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Überempfindlichkeit gegen Berührungen
  • Seh- und Hörwahrnehmungsprobleme
  • Höhenangst und Reiseübelkeit
  • verkrampfte Stifthaltung

Wie kommt es aber dazu, dass sich frühkindliche Reflexe nicht adäquat entwickeln. Viele Faktoren können dabei eine Rolle spielen, wie zum Beispiel während der Schwangerschaft:

  • Stress, Krankheit und/oder Medikamente während der Schwangerschaft
  • Alkohol, Nikotin, Drogen
  • Zu lange oder zu schnelle Geburt
  • Geplanter Kaiserschnitt
  • Zu häufige Ultraschalluntersuchungen
  • Einsatz von Saugglocke und/oder Zange während der Geburt
  • Betäubungs- und/oder Schmerzmittel während der Geburt
  • Impfungen, Unfälle, hohes Fieber und/oder schwere Erkrankungen

Auch nach der Geburt können bis ins Erwachsenenalter besondere Stress-Ereignisse längst gehemmte frühkindliche Reflexe wieder aktivieren. Dies geschieht zum Beispiel durch:

  • Unfälle
  • Impfungen
  • schwere Krankheiten

oder auch durch

Epigentische Veränderungen

Nach den aktuellen Erkenntnissen der epigenetischen Forschung beginnt die Ge­schichte unserer Entwicklung schon lange vor unserer Entstehung. Es wurde nachgewie­sen, dass auch Stressinformationen über mehrere Generationen vererbt werden können. Es ist also davon auszugehen, dass genauso wie Begabungen auch belasten­de Informationen an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Die derzei­tige Forschung geht davon aus, dass die Informationen über bis zu sieben Generatio­nen weitergegeben werden.

Diese epigenetischen Veränderungen wirken sich auch auf die Entwicklung der frühkindliche Reflexe aus.

Mehr Infos dazu unter:

http://epigenetics.uni-saarland.de

Spektrum der Wissenschaft Ausgabe 7/15 vom Juli 2015, Seiten 18-25

www.spektrum.de

Mit Hilfe der Kinesiologie ist es möglich, die Reflexe nachträglich vollständig zu integrieren. Über den Muskeltest kann genau lokalisiert werden, welcher Reflex noch oder wieder aktiv ist. Sanfte Methoden, wie z. B. Akupressur-Punkte, Farb-Akupunktur oder Bewegungsübungen aus dem Brain Gym® – Programm fördern und unterstützen die nachträgliche Integration der Reflexe. Manche Auffälligkeiten verschwinden bereits durch diese Arbeit.

Mit einfachen Übungen, welche die Kinder meist selbständig zu Hause durchführen können, wird die Fördermaßnahme weiter gefestigt.

Andere Therapeuten wie zum Beispiel Ergotherapeuten, Logopäden, heilpädagogische Fachdienste und Frühförderstellen können von dieser kinesiologischen Arbeit profitieren. Meine Arbeit setzt bei den Ursachen an und unterstützt damit wirkungsvoll die Therapie an den Symptomen.

Fragebogen zur Entwicklung des Kindes

Der Fragebogen kann ausgefüllt zur ersten Sitzung mitgebracht werden.

Auswirkung ATNR
Auswirkung beim ATNR

 

Auswirkungen der Handgreifübungen
Veränderung im Schriftbild nach der Arbeit am Handgreifreflex und am ATNR

Mit einfachen Übungen, welche die Kinder meist selbständig zu Hause durchführen können, wird die Fördermaßnahme weiter gefestigt.

Handgreifreflex-Übung
Übung für die Auge-Hand-Koordination

 

Fallbeispiel über die Arbeit mit einem Schulkind

Ich bin gut“

Kinesiologie als integrativer Fachdienst im Hort

Als ich Tim kennenlerne ist er 6 Jahre alt und besucht die erste Klasse der Förderschule. Er sitzt gerade an seinen Hausaufgaben. Er soll kurze Sätze verschiedenen Bildern zuordnen. Am Ende fehlt ein Satz. Tim kann ihn trotz Hilfe nicht finden und auch nicht dem richtigen Bild zuordnen. Buchstaben schreibt er sehr groß und mit starkem Druck. Er kann bis 20 zählen, jedoch Mengen zuordnen nur bis 6.

Bei einem Such-Bilderbuch ist er anfangs sehr interessiert, doch fällt die Konzentration nach wenigen Minuten stark ab. Er wird unruhig und rutscht auf seinem Stuhl hin und her. Seine Aufnahmefähigkeit und Konzentration ist sehr schwach, so muss er mehrfach nachfragen, was er suchen soll.

Die Erzieherin im Hort erzählt, dass Tim meist allein spielt. Im Garten rennt er zwar gerne herum, hüpfen und Seilspringen mag er aber nicht, ebenso wenig schaukeln, weil es ihm dabei schlecht wird.

Als ich ihn später bitte zu hüpfen, macht er mit steifen Beinen ein paar Hüpfer vorwärts. Er sagt: “Ich mag das nicht.“

Im Elterngespräch wird deutlich, dass Tim meist ruhig und ausgeglichen ist. Er ist zurückhaltend und vermeidet Konflikte. Von der Schule erzählt er meist positiv, klagt allerdings auch häufiger über Bauchschmerzen. Seine Mutter meint, dass er zu schnell und hastig isst und oft zu viel in sich hineinstopft.

Die erste kinesiologische Sitzung habe ich mit der Methode Touch for Health durchgeführt und ich habe mit Tim am Thema „Bauchschmerzen“ gearbeitet. Dabei stellte sich heraus, dass es sowohl ein körperliches als auch ein emotionales Thema ist. Kernsätze der Balance waren:

„Ich werde überschwemmt mit unverdauten Eindrücken“ und „Ich treffe aus dem Bauch heraus die richtige Entscheidung“.

In der nächsten gemeinsamen Sitzung gebe ich Tim ein Arbeitsblatt, bei dem er einfache Muster weiter zeichnen soll. Er müht sich sehr und erkennt bald, dass er die Aufgabe nicht schafft. Daraufhin bezeichnet er sich selbst als „Dummkopf“. Das greife ich als Thema für diese kinesiologische Balance auf und wir erarbeiten das Ziel „Ich bin gut“.

In den folgenden Stunden balanciere ich mit Tim einige restaktive frühkindliche Reflexe, die mir bei ihm aufgefallen sind:

  • Moro- und Furchtlähmungsreflex: beide sind von Bedeutung für soziales Miteinander, Unsicherheit und geringes Selbstwertgefühl, mangelnde Konzentration und Ausdauer, Gleichgewichtsprobleme und Reiseübelkeit

  • Hand- und Fußgreif-Reflex: wichtig für Feinmotorik, Stifthaltung und Schriftbild
  • Such-Saug-Schluck-Reflex: Ess- und Verdauungsprobleme
  • tonischer Labyrinth-Reflex: Körperspannung, Gleichgewicht, Konzentration und Merkfähigkeit
  • asymmetrisch-tonischer Nackenreflex: wichtig für Krabbeln, Gleichgewicht, Schriftbild, Auge-Hand-Koordination
  • Spinaler Galant-Reflex: Unruhe (kann schlecht still sitzen), Konzentration, Merkfähigkeit

(Quellenhinweis: Greifen und Begreifen, Sally Goddard, VAK-Verlag)

Mehrere der aufgeführten Reflexe sind wichtig für die Entwicklung der Überkreuzbe­wegung. Die Fähigkeit, die eigene Körpermitte zu überkreuzen, ist Voraussetzung für die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften. Eine blockierte Überkreuzbewegung ist häufig die Ursache für Lernblockaden.

Nachdem bei Tim alle restaktiven frühkindlichen Reflexe kinesiologisch balanciert und die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften aktiviert wurde, macht er erstaunliche Fortschritte.

Schon nach wenigen Wochen zeigt er mir, dass er nun Seilspringen kann und als ich ihn letzte Woche im Garten sah, schaukelte er stehend, sprang aus beachtlicher Höhe ab und landete geschmeidig im Kiesbett.

Das Wort Dummkopf habe ich nicht mehr gehört und die Bauchschmerzen sind ebenfalls verschwunden. Laut Lehrerin hat Tim inzwischen die schönste Schrift in seiner Klasse. Durch das Körper-ABC, bei dem jeder Buchstabe mit dem eigenen Körper dargestellt wird, kennt Tim fast alle Buchstaben und beginnt immer mehr zu lesen. Die Zahlen bis 100 hat er sich mit dem Hunderter-Brett nach Maria Montessori erarbeitet und beginnt nun mit dem „Goldenen Perlenmaterial“ (ebenfalls von Montessori) Zahlen und Mengen zu kombinieren.

Bereits seit längerem hat Tim positive soziale Kontakte zu verschiedenen Kindern und einen „besten Freund“ in seiner Gruppe.

Sieben Monate habe ich bis jetzt einmal wöchentlich mit Tim gearbeitet. Kinesiologische Balancen und die Arbeit mit Montessori-Material wurden dabei abwechselnd eingesetzt. Tim hat wieder Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten gewonnen und traut sich immer wieder an neue Herausforderungen. Lernhilfen, wie zum Beispiel Brain Gym-Übungen, nimmt er gerne an und freut sich selbst über seine Erfolge.